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Stand: 30.05.2018

Generationenprojekt

Ein Schwätzchen gehört immer dazu

Die Schüler und Verantwortlichen vor dem Caritas-AltenzentrumIm Caritas-Altenzentrum St. Martin in Lahnstein wurden die neuen Schülerinnen und Schüler der Realschule plus auf ihre Aufgabe vorbereitet.Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn

"Das hat so gut mit uns geklappt." Hans Korz klingt ein bisschen wehmütig, denn "seine" Gloria zieht weg aus Lahnstein und hilft ihm heute zum letzten Mal. Die 14-Jährige nimmt am "Schüler-Generationenprojekt" teil, mit dem das Generationenprojekt des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn und das Team Schulpastoral der Realschule plus junge Menschen und Senioren zusammenführen wollen. Immer dienstags besuchte Gloria den 78-Jährigen, trug den Wäschekorb mit nasser Wäsche auf den Speicher, oder die beiden hängten gemeinsam die Wäsche auf oder ab, gingen einkaufen oder machten auch mal einen Spaziergang. Ein Schwätzchen gehörte auf jeden Fall immer dazu. "Das ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe", strahlt die engagierte Schülerin und auch sie gibt ihren "Job" nur ungern ab und ist froh, dass eine Nachfolgerin gefunden werden konnte.

Auch Helga Jahn freut sich immer auf den Besuch der 14-jährigen Sahar. Von einer Nachbarin hatte sie von dem Projekt gehört und sich spontan gemeldet. Die beiden haben keinen festen Termin. Die Seniorin ruft an, wenn sie Bedarf hat. Das kann das Kehren rund ums Haus sein, aber auch beim Aufhängen der Gardinen war Sahar eine wertvolle Unterstützung. "Das kannte ich vorher noch nicht", freut sich die Schülerin, die gerne etwas dazulernt. Auch zwischen diesen beiden hat sich inzwischen ein Vertrauensverhältnis entwickelt. Sahar könnte sich auch eine Aufgabe als "Gesellschafterin" gut vorstellen. Spielen oder Vorlesen, auch daran hätte die sympathische Schülerin großen Spaß.

Nicht alle "Partnerschaften" funktionieren so erfolgreich. Schließlich gibt es auf beiden Seiten Erwartungen - und die werden nicht immer erfüllt. Anfragen aus den Lahnsteiner Höhenlagen sind generell schwieriger zu vermitteln und am liebsten hätten die meisten einen "kräftigen jungen Mann" für die Gartenarbeit. Astrid Haderlein und Michaela Wolff vom Caritas-Generationenprojekt versuchen schon im Vorfeld  Wohnort und Interessen abzugleichen. "Eine wichtige Voraussetzung ist Offenheit", berichten die beiden Quartiermanagerinnen aus den Erfahrungen des ersten Jahres. "Die Schüler müssen bereit sein, Erklärungen für die Umsetzung der geforderten Aufgaben anzunehmen und die Senioren dürfen keine perfekten Arbeitskräfte erwarten. Was nicht immer einfach ist für die Generation, in der Fleiß und Pünktlichkeit die obersten Prinzipien waren."

Der Kontakt zur Jugend ist heute für viele Senioren keine Selbstverständlichkeit mehr und auch unter den Schülern sind regelmäßige Kontakte zu Senioren rar. Deshalb freuen sich die Organisatoren, dass sich wieder neue Achtklässler für das Projekt gefunden haben, denn viele aus der "ersten Generation"  haben inzwischen die Schule verlassen oder müssen sich verstärkt ums Lernen kümmern.

  • Wer Interesse hat  für 5 Euro pro Stunde die Hilfestellungen der Schülerinnen und Schüler in Haus und Garten, beim Einkaufen oder zur Gesellschaft in Anspruch zu nehmen, kann sich melden beim Generationenprojekt der Caritas, Telefon 02621/9200-243, E-Mail: info.generationen-projekt@cv-ww-rl.de.

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