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Stand: 09.06.2017

Inklusion

Handicap ist kein Hindernis für den Weg ins Arbeitsleben

Sabahat Liaqat bei der ArbeitSabahat Liaqat an seinem Arbeitsplatz bei der HOGGI GmbH in Ransbach-Baumbach. Dank der Unterstützung durch die Integrationsabteilung Viweca hat der ehemalige Beschäftigte der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt gefunden.Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn e.V.

Sabahat Liaqat zeigt stolz seinen Arbeitsplatz, an dem er seit Ende vergangenen Jahres sozialversicherungspflichtig tätig ist. Er ist bei der HOGGI GmbH beschäftigt und arbeitet dort in der Montage von Reha-Kinderwagen. Einen Großteil der verschiedenen Baugruppen kann er mittlerweile selbstständig montieren. Dabei kommen Akkuschrauber und Bohrer zum Einsatz, die der junge Mann aus Ransbach-Baumbach sicher und routiniert bedient. Das Besondere daran: Sabahat Liaqat war zuvor Werkstattbeschäftigter der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn. Im Rahmen eines Außenarbeitsplatzes hat Viweca, die Integrationsabteilung der Caritas-Werkstätten, ihn mehr als ein Jahr lang unterstützt und begleitet, bis die Übernahme bei HOGGI erfolgte. Dies ist im Rahmen des Budgets für Arbeit gelungen, das den Übergang von Werkstattbeschäftigten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen soll. Der Arbeitgeber erhält dabei einen Lohnkostenzuschuss, der zum Ausgleich für die Minderleistung und den zusätzlichen Betreuungsaufwand das Arbeitsverhältnis dauerhaft sichern soll.

Ein Blick auf den Werdegang des 28-Jährigen aus Ransbach-Baumbach macht deutlich, wie es Menschen mit Handicap gelingen kann auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, wenn bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sind. Sabahat Liaqat absolvierte nach seiner Schulzeit im Jahr 2007 den zweijährigen Berufsbildungsbereich der Caritas-Werkstätten in Montabaur. Hier qualifizierte er sich für Montage- und Verpackungstätigkeiten. Der Erwerb von weiteren Kenntnissen in Bereichen wie "Einsatz von Werkzeugen und Maschinen", "Spezifische Arbeitsmethoden" oder "Qualitätskontrolle" trugen dazu bei, dass Liaqat an verschiedenen Arbeitsplätzen flexibel eingesetzt werden konnte. Als der junge Mann den Wunsch äußerte, sich außerhalb der Werkstatt erproben zu wollen, begann Ursula Wörsdörfer, Integrationsassistentin der Viweca, mit der Akquise. Nachdem ein erstes Praktikum im Bereich Logistik wegen Wechselschichten nicht weitergeführt wurde, konnte sie rasch den wohnortnahen Erprobungsplatz bei der HOGGI GmbH in Ransbach-Baumbach finden. "Der Betrieb zeigte sich von Beginn an sehr kooperativ", sagt Wörsdörfer. Sein Anleiter entwickelte spezifische Vorrichtungen, sodass Sabahat Liaqat trotz seiner motorischen Einschränkungen eine einwandfreie Qualität bei der Montage der Baugruppen erreicht. Seine Kollegen schätzten seine gewissenhafte und ausdauernde Arbeitsweise und insbesondere sein betrieblicher Mentor, Michael Buchner, ist ein wichtiger Ansprechpartner für ihn.

Das Team der Viweca unterstützte den Betrieb parallel dazu bei Fragen der beruflichen Integration und schließlich beim Übergang ins Budget für Arbeit. Seit 2006 wurden auf diesem Weg 32 Werkstattbeschäftigte sozialversicherungspflichtig vermittelt. Viweca-Leiterin Dagmar Theis begrüßt, dass auch im neuen Bundesteilhabegesetz das Budget für Arbeit verankert ist. "Betriebe und Unternehmen erhalten weiterhin Zuschüsse, wenn sie Werkstattbeschäftigte sozialversicherungspflichtig übernehmen", erläutert sie.

Das Beispiel von Sabahat Liaqat zeigt erneut, wie flexibel und durchlässig die Angebote innerhalb und außerhalb der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn je nach Fähigkeiten und Interessen der jeweiligen Menschen sind. "Wenn so wie bei Sabahat Liaqat alle Akteure an einem Strang ziehen, wird das Ziel der Inklusion immer häufiger gelingen", unterstreicht Dagmar Theis. Um dieses Ziel auch für Menschen mit Behinderung zu erreichen, gibt es in den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn vielfältige Angebote der individuellen Qualifizierung, Unterstützung und der dauerhaften beruflichen Verwirklichung.