Erinnerungsfoto von den Dreharbeiten im Betrieb der Caritas-Werkstätten in der Goethestraße in Lahnstein: Eric Seifert (vorne) gemeinsam mit Magdalena Joost (Caritas-Werkstätten, Sozialer Dienst), Dieter Knopp (Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald), Martin Sobotta (Betriebsleiter der Caritas-Werkstätten Lahnstein und St. Goarshausen), Maik Wolf (Abteilungsleiter im Betrieb der Caritas-Werkstätten Lahnstein), Dagmar Theis (Leitung Viweca) sowie SWR-Redakteurin Gudrun Fünter und ihr Kamerateam.Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn
Für behinderte Menschen ist Teilhabe am Arbeitsleben keineswegs selbstverständlich. Dabei kann das gut funktionieren, wie das Beispiel der Kooperation von Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn und Arbeitsagentur zeigt.
Eine Geschichte, die Mut macht: Der in Dresden geborene Eric Seifert konnte aufgrund seines Handicaps bisher kein reguläres Arbeitsverhältnis aufnehmen. Im April 2024 zog er aus familiären Gründen in den Rhein-Lahn-Kreis und arbeitete in den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn im Betrieb Sankt Goarshausen.
Die Agentur für Arbeit in Lahnstein war auf der Suche nach einer zuverlässigen Kraft, die im Eingangsbereich der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Kundinnen und Kunden empfängt und durch das Haus "lotst". Bei einem Austausch kamen Dieter Knopp, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur und Achim Gutwald, Geschäftsführer der Caritas Werkstätten dazu ins Gespräch. Der Beschäftigte Eric Seifert war dafür ein guter Kandidat. Unkompliziert wurde ein Probearbeiten angeboten und schon wurde die Kooperation in die Tat umgesetzt.
Eric Seifert absolvierte zunächst ein mehrwöchiges Praktikum und lernte die verschiedenen Aufgaben im Empfangsbereich der Agentur für Arbeit kennen. Der 32-Jährige nutzte das Praktikum und überzeugte. Unter dem "Dach der Caritas-Werkstätten" und mit Unterstützung der Integrationsabteilung Viweca ist Eric Seifert jetzt an vier Tagen vormittags und donnerstags ganztägig in der Eingangszone in der Agentur für Arbeit tätig. Dies ist möglich, da zwischen den Caritas-Werkstätten und der Agentur für Arbeit ein sogenannter Außenarbeitsplatz geschaffen wurde. In Zeiten, in denen die Agentur für Arbeit für die Kunden geschlossen ist, wechselt er den Arbeitsplatz und ist im Caritas-Betrieb in Lahnstein tätig.
Der Arbeitsalltag in der Eingangszone ist abwechslungsreich. Jeder Kunde hat ein anderes Anliegen. Häufig ist Einfühlungsvermögen gefordert, da sich die Menschen in schwierigen Situationen befinden und oft Geldnot haben. Die Meldung über die Arbeitslosigkeit oder das Ausfüllen von Formularen sowie die Online-Buchung von Terminen stellen für viele Menschen große Herausforderungen dar. Hier kann Eric Seifert gut unterstützen und mit seinen IT-Kenntnissen sowie seiner zuvorkommenden Art helfen. Demnächst wird geprüft, ob es weitere Möglichkeiten der beruflichen Integration für den jungen Mann gibt, der seine Chance genutzt hat!
Das Beispiel in Lahnstein steht für das durchlässige und flexible Angebot, das die Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn Menschen mit Handicap seit mehr als fünfzig Jahren bieten. "Die Berücksichtigung der individuellen Bedarfe und Wünsche der Menschen, das Miteinander auf Augenhöhe sowie die vertrauensvolle Kooperation mit den externen Betrieben stehen immer im Vordergrund unserer Assistenzleistungen, um langfristige und nachhaltige Integration zu ermöglichen" beschreibt Dagmar Theis das Erfolgskonzept von Viweca. "Die Caritas-Werkstätten nehmen ihren gesetzlichen Auftrag ernst" führt die Leiterin der Integrationsabteilung weiter aus. "Unser Ziel ist es, für möglichst viele Menschen, die sich flexible Angebote zur Teilhabe am Arbeitsleben wünschen, ein Türöffner zu sein und damit zu einem inklusiven Arbeitsmarkt beizutragen".
- Kontakt bei Fragen zur beruflichen Eingliederung von Menschen mit Handicap: Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn, Dagmar Theis, Viweca, Telefon (0151) 151 42 195 oder per Mail an dagmar.theis@cw-wwrl.de.